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Univ.-Prof. Dr. med. Simon Faissner vom Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum betonte in unserem medizinischen Online-Seminar „Familienplanung, Schwangerschaft und Stillzeit bei MS“, dass Frauen mit MS kein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen oder negative Schwangerschaftsausgänge haben. Eine Schwangerschaft bei MS ist also keine Risikoschwangerschaft – dennoch ist es sinnvoll, die Familienplanung gut mit der behandelnden Neurologin oder dem Neurologen abzustimmen.

Was sagen Studien?

Studiendaten zeigen, dass die Schubrate während einer Schwangerschaft zunächst häufig sinkt. Nach der Geburt steigt das Risiko für MS-Schübe in den ersten drei Monatenjedoch wieder an, bevor sich der Krankheitsverlauf wieder normalisiert.1,2 Deshalb ist es wichtig, schon im Vorfeld zu planen, mit welcher Therapie man in die Schwangerschaft geht und wie es danach weitergeht.

MS-Therapien und Schwangerschaft

Denn nicht jedes Medikament ist für die Schwangerschaft geeignet. Einige Wirkstoffe können bis zum positiven Schwangerschaftstest eingenommen werden, andere müssen deutlich früher abgesetzt oder gewechselt werden. Prof. Faissner erklärt die wichtigsten Unterschiede:

Dabei ist zu betonen, dass die Fachinformationen der Medikamente teils striktere Vorgaben machen, die Empfehlungen jedoch aufgrund der Erfahrungen aus Registerdaten laufend angepasst werden. Bei einem Schub während der Schwangerschaft kann Kortison eingesetzt werden – allerdings nur im 2. und 3. Trimester.

Wie geht es weiter?

Auch die Stillzeit sollte in die Therapieplanung einbezogen werden. Für einige Medikamente liegen mittlerweile Daten vor, die eine Fortführung während des Stillens erlauben könnten, andere müssen pausiert werden. Ob und wie lange gestillt werden soll, ist daher am besten gemeinsam mit dem Behandlungsteam zu besprechen.

Prof. Faissner macht mit seinem Vortrag Mut: Frauen mit MS können in aller Regel eine gesunde Schwangerschaft erleben. Entscheidend ist eine gute individuelle Planung: Welche Therapie wird vor und während der Schwangerschaft eingesetzt? Wie sieht die Anschlussbehandlung nach der Geburt aus? Und welche Rolle spielen Stillzeit und mögliche Kinderwunschbehandlungen? Mit einer engen Abstimmung zwischen Neurologie, Gynäkologie und der Patientin selbst lässt sich die Familienplanung bei MS heute sicher und erfolgreich gestalten.

Der Link zur Aufzeichnung folgt noch – stay tuned!